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Pressemitteilung

Sommerferien: 8 Wochen für alle!

Juli und August frei für alle Schüler in Deutschland – die Vorteile überwiegen die Nachteile!

Kurz vor dem Ende der Sommerferien in den meisten Bundesländern schaltet sich der ostthüringische Regionalverband der Ökodemokraten in die Sommerlochdebatte ein: 8 statt 6 Wochen Sommerferien sollten es in Zukunft sein! Klimatechnisch sind der Juli und der August im Durchschnitt die heißesten Monate des Jahres. Unter diesen Bedingungen lässt nicht nur die Lernmotivation der Schüler und die Lehrmotivation der Lehrer nach – auch die Energiebilanz tausender Schulgebäude läuft bei heißen Temperaturen häufig aus dem Ruder. Leider ist es noch keine allgemeine Praxis, dass jede Schule ihren eigenen erneuerbaren Strom produziert und bei Nichtnutzung auch speichern kann. Schüler aus ganz Deutschland mussten noch im Juli millionenfach zum Unterricht erscheinen, während das Thermometer weit über die 30-Grad-Marke kletterte. Ist es vieler Orten dann zu extrem mit der Hitze, wird „hitzefrei“ gegeben, konkret: die Kinder müssen dennoch in die Schule und werden dort bis Schulende betreut. Die ÖDP Ostthüringen sieht in dieser Praxis einen Verlust wertvoller Unterrichtszeit, der aber mit einem neuen deutschlandweiten Sommerferienkonzept vermieden werden könnte. 
Weltweit gesehen gibt es nämlich nirgendwo so viele Unterrichtsunterbrechungen auf das gesamte Schuljahr bezogen wie in Deutschland. Sehr viele Länder gliedern ihre Jahresunterrichtszeit in „terms“, dass sie zumeist von dem anglikanischen Schulsystem übernommen haben. Das erste Trimester beginnt mit dem Ende der Sommerferien im September und erstreckt sich ohne große Ferienunterbrechung bis kurz vor Weihnachten. Das zweite Trimester beginnt im Januar und wird von den Oster- bzw. Frühjahrsferien beendet. Danach schließt das dritte Trimester bis zum Beginn der Sommerferien im Juni/Juli das Schuljahr ab. In Deutschland können wir hingegen weiterhin am gewohnten „Semester“-Prinzip für Schulen und Hochschulen festhalten mit der „Halbzeit“ nach den Winterferien.

Verkürzung der Herbst- und Winterferien
Um die Unterrichtszeit das Jahr über mengenmäßig konstant zu halten, schlagen die Ökodemokraten 8 Wochen einheitliche Sommerferien für die Monate Juli und August, verbunden mit einer deutschlandweiten Verkürzung der Herbst- und Winterferien auf jeweils 1 Woche, vor.  Der Zeitpunkt von Herbst- und Winterferien könnte dabei länderabhängig individuell festgelegt werden. Deutschlandweit einheitlich hingegen könnten dann wieder die Weihnachtsferien gestaltet werden mit dem 23.12. als erster Ferientag und dem 6. Januar als letztem Ferientag, der zugleich auch vielfach als Feiertag begangen wird. Es braucht zudem keine zwei Wochen Osterferien. Wir präferieren eine einheitliche deutschlandweite Lösung, wo der Montag nach Palmsonntag der erste Ferientag, und der Ostermontag der letzte Ferientag ist. Die christlichen Feiertage bilden dabei den Bezugsrahmen, an deren Praxis die ÖDP weiterhin festhalten will. Gleichzeitig würden die Ferientage allgemeingültiger und gerechter verteilt. Es wäre die Grundlage einer bundeseinheitlichen Lösung, weg vom föderalen Flickenteppich und der Rotation der Ferienzeiten. Zudem würde es die bayerische Sonderstellung delegitimieren, wenn die Münchener Staatskanzlei neuerdings auch ihre Ferienplanung mit der Orientierung an den christlichen Feiertagen begründet. Alle 16 Bundesländer können zudem weiter wie bisher das christliche Pfingstfest mit einigen schulfreien (Brücken-)Tagen aufwerten. Es bleibt das Geheimnis der CSU-Regierungen, warum es dennoch alljährlich zweiwöchiger Pfingstferien in Bayern bedarf. 
Die gegenläufige Behauptung, mit einer Rotation der Ferienzeiten würde man politisch den Verkehr auf Deutschlands Straßen besser steuern können, ist für die ÖDP ein pauschales Totschlagargument. Tatsächlich nehmen sich die Arbeitnehmer in Deutschland in den Sommermonaten im Durchschnitt 2 Wochen Urlaub um zu verreisen. Wenn die potentielle Reisezeit in den Sommerferien auf 8 Wochen ausgeweitet werden würde, könnten die Verkehrsströme verkehrspolitisch auch entzerrt werden, denn nicht alle Reisen werden zur gleichen Zeit gebucht. Ganz im Sinne der ÖDP Thüringen müssten auch in den westlichen Bundesländern endlich flächendeckend Bildungsstrukturen geschaffen werden, die eine Ganztagesferienbetreuung im Schulhort oder in Kinder- und Jugendeinrichtungen in freier Trägerschaft garantieren können. Das Argument einiger Elternverbände, die Sommerferien zu verkürzen, weil es Familien vor „Betreuungsprobleme“ stelle, lehnt die ÖDP Ostthüringen entschieden ab. „Da werden die strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West im Bildungssektor herangezogen, um Schülern und Schulpersonal ihre wohlverdiente Sommerpause madig zu machen, anstatt die wahren Ursachen der fehlenden Ferienbetreuung zu korrigieren“, kritisiert die Regionalvorsitzende der ÖDP Ostthüringen, Karolin Zinkeisen, die symptomatische Debatte. Auch in dieser Frage hält die ostthüringische ÖDP eine strategischere Ausrichtung beim Thema „Bildung“ für wichtig: der ÖDP Landesverband fordert seit längerem eine 6-jährige Grundschulphase mit integrierter Hortbetreuung am Nachmittag. In den langen Sommerferien bleiben die Schulen lediglich 3 Wochen am Stück geschlossen; in den restlichen 5 Wochen gibt es Ferienbetreuung für Grundschüler, Ferienlager und Freizeitangebote in Vereinen und Jugendclubs für ältere Schüler. Zudem kann „Langeweile“ in den Sommerferien mit Schnupperpraktika bspw. in lokalen Handwerksbetrieben überbrückt werden oder mit bezahlten Minijobs und Praktika in regional verankerten Unternehmen. Das frühzeitige Kennenlernen zwischen Schülern und Unternehmen wiederum kann die Bindung zur Heimatregion stärken und Abwanderung nach der Schulzeit entgegenwirken. Für eine Regionalisierung der Wirtschaft, wie es die ÖDP im Sinne der Nachhaltigkeit ohnehin fordert, eine Win-Win-Situation für Wirtschaft, Umwelt und das Gemeinwesen. 
 

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